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Fenster in die Vergangenheit - Genealogie als Inspiration

GHGZ Ahnenlisten Band 2

GHGZ Ahnenlisten

 

Fenster in die Vergangenheit

Fenster in die Vergangenheit

Unser neues Buch mit 22 Kurzgeschichten ist am 3. April 2012 erschienen und kostet Fr. 28.- inkl. Verpackung und Porto.

Die Kurzgeschichten von Mitgliedern der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Zürich sind Mosaiksteine einer «Geschichte von unten», sie erzählen von Schicksalen von Schweizerinnen und Schweizern in- und ausserhalb des Landes zwischen dem fünfzehnten und dem zwanzigsten Jahrhundert. Nebst spektakulären Mordgeschichten, kriegerischen Ereignissen, klandestinen Hochzeiten, historischen Gerichtsfüllen und den Schicksalen von Auswanderern wird immer wieder vom Alltag der Menschen in ihrer Zeit erzählt, von gut betuchten Bürgern wie auch armen Schluckern.

Bestellungen an: info@werneradams.ch



 
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GHGZ Ahnenlisten Band 2

Namensregister 

Seit Frühjahr 2010 liegt das grosse Werk Ahnenlisten der GHGZ, Band 2 unserer Gesellschaft gedruckt vor.

GHGZ Ahnenlisten Band 2

Auf 406 Seiten haben 55 Familiengeschichtsforscher aus der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Zürich sechs oder sieben Generationen von 64 Probanden erforscht und die genalogischen Daten von 7775 Personen zusammen getragen und nach Kekulé aufgelistet. Eine geringe Zahl von Personen blieben unerforscht oder unbekannt und es wurden auch nicht wenige Ahnengleichheiten zwischen einzelnen Forschern entdeckt.

Die Forschungen reichen weit ins 18. Jahrhundert hinein und sind über ganz Europa verteilt, allerdings schwergewichtig im Kanton Zürich und der Schweiz.

Das Buch enthält nicht nur viele interessante Informationen zu den erforschten Personen, sondern fällt auch durch die vielen Illustrationen aus dem Mitgliederkreis auf.

Die Bücher können zum Preis von Fr. 35.- plus Versandkosten (Vorauszahlung) beim Präsidenten der GHGZ, Werner Adams, Stutzstrasse 5, 3114 Wichtrach bestellt werden: Mail: info@werneradams.ch



Foto 1: Bosshard Foto 2: Schudel
 
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GHGZ Ahnenlisten

Namensregister  Ortsregister 

Ahnenlisten über 6 Generationen von 88 Mitgliedern, Festschrift zum Jubiläum 75 Jahre GHGZ - 1925 - 2000, redigiert und gestaltet von Mario von Moos, Zürich: Genealogisch-Heraldische Gesellschaft Zürich (GHGZ) 2000, 320 S., 11 farbige u. 12 schwarz-weisse Illustrationen, ISBN 3-9522037-9-3, 50.00 CHF (für Nichtmitglieder der GHGZ).

GHGZ Ahnenlisten

Auszug aus : Archiv für Familiengeschichtsforschung von Max Furrer
Bis "Adam und Eva" gehen die Ahnenlisten der beteiligten 88 Mitglieder dieser soeben erschienenen Festschrift der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Zürich (GHGZ) zum 75-Jahr-Jubiläum - leider - nicht zurück. Immerhin lässt sich aber ein Hinweis auf einen gewissen "Adam Näf, aus der Vollenweid in Hausen am Albis, Retter des Zürcher Banners in der Schlacht von Kappel am Albis 1531 für die Sache Zwinglis" finden. Auch eine Nachfahrin Vadians, des St. Galler Reformators Joachim von Watt, wird als Urahnin nachgewiesen.

Festschriften - ihrem Charakter nach Sammelwerke - werden oft Personen gewidmet und enthalten eine Kompilation von Texten unterschiedlicher Inhalte, Ansprüche und Qualität. In der Regel werden solche Publikationen schnell durchgeblättert, oberflächlich zur Kenntnis genommen und verlieren bald sowohl Interesse als auch Wirkung. Der vorliegenden Festschrift der GHGZ droht dieses Schicksal kaum. Zwar tritt der Band auf den ersten Blick wie ein gängiges Sammelwerk in Erscheinung, doch bildet der Text beim näheren Hinsehen eine reiche Fundgrube vielfältiger Einzelheiten über lebende und verstorbene Personen des In- und Auslands. Natürlich unterliegen die Beiträge ebenfalls einem gewissen Zufall, da ihre Einreichung auf der Freiwilligkeit und dem Engagement der Mitglieder dieser Gesellschaft beruhen, doch erweist sich das Gesamtwerk als erfreulich konsistent.

Die übersichtlich gestaltete und sehr sorgfältig redigierte Publikation enthält einleitend wertvolle Hinweise auf ihre Entstehungsgeschichte, die generelle Erstellung von Ahnentafeln und zahlreiche Bemerkungen zu den abgedruckten Ahnenlisten, und der statistischen übersicht, zum Kekulé-Nummerierungssystem sowie Erläuterungen zu den eingefügten Bildtafeln, die der vergessenen Hans Conrad Keller (vom Steinbock)-Chronik entstammen.

88 Mitglieder der GHGZ (von etwa 250/Stand 2000) - eine durch ein gemeinsames Interesse zufällig gebildete Gemeinschaft - haben ihre Ahnenlisten zusammengestellt und dem Redaktor Mario von Moos zur Veröffentlichung in der langfristig geplanten Festschrift eingereicht. Auffällig viele Ehepaare befinden sich unter den Probanden, was vertiefte Einblicke in aktuelle Familienbeziehungen gewährt.

Alle Beteiligten sind - bewusst oder unbewusst - auch Anliegen der schwedischen Volkshochschulbewegung "Grabe, wo Du stehst ..." gefolgt, die zur persönlichen Geschichtsforschung anregt, und haben dabei intensiv und erfolgreich private Recherchen angestellt: Grabe, wo Du ahnst …

Tafel 4: Unterer Mühlesteg in Zürich, Aquarell von Heinrich von Moos (1759-1826)

Eine Ahnenliste über sechs Generationen zu planen, heisst, eine umfangreiche und langwierige Arbeit auf sich zu nehmen. Glücklich, wem es vergönnt ist, seine Liste lückenlos zusammenstellen zu können. Ein solches Ergebnis hängt aber nicht nur von Ausdauer und Fleiss ab, sondern auch von der Existenz entsprechender Kirchenbücher und der Möglichkeit, allfällige Widrigkeiten zu überwinden, die die Zugänglichkeit zu Daten verhindern, wie zum Beispiel der Hinweis "Zivilstandsamt ... verweigerte Auskunft" verrät. Meistens umfassen die abgedruckten Ahnenlisten zwei DIN A4-Seiten, wobei Intensivforscher - vom "Ahnenforscher-Virus" deutlich befallen - es auf bis zu vier Seiten bringen.

Nur wer vergessen ist, ist wirklich tot. Die Ahnenlisten gewähren Einblicke in vergangene Einzelschicksale: Auswanderer, Konkursit, Adoptivkind, Straftäter u.a.m. Spektakuläre und - scheinbar - weniger ereignisreiche Leben lassen sich in den Listen entdecken, die Angaben wecken Vermutungen, vorwiegend zwischen den Zeilen. Es ist das Verdienst aller veröffentlichten Ahnenlisten, dass Vorfahren diesem Vergessen entrissen werden und die Erinnerung an sie - wenn auch nur rudimentär - wachgehalten wird.

Dass sich die Listen nicht in trockenen Namens-, Orts- und Zahlenangaben erschöpfen, ist denjenigen Probanden zu danken, die noch zusätzliche Hinweise auf besondere Ereignisse, Umstände oder Eigenschaften einzelner Personen aufgeführt haben (und die der Redaktor glücklicherweise nicht zwecks Vereinheitlichung eliminiert hat). Als Beispiele seien erwähnt:

  • kam als Autodidakt zur Malerei und malte vor allem die Landschaft des Zürcher Oberlandes (u.a. Riedlandschaften)
  • soll auf dem Herd immer eine Pfanne Suppe für Arme gehabt haben; ...
  • erster Sekretär der eidg. Tagsatzung zu Schwyz, ...
  • sie soll bis ins Alter von 59 Jahren Kinder geboren haben ...
  • 1876 Erstbesteig(er) des Lohners
  • ... war schwermütig, am 14.10. vermisst und am 24.10.1828 geländet am Rhein bei Rheinheim
  • ... diente zu Glattfelden, wo er 1818 erstmals am Abendmahl teilnahm ...

Solche Annotationen und die von den Probanden speziell vermerkten "Hinweise" am Schluss ihrer Ahnenlisten machen die Lektüre der Festschrift spannend und abwechslungsreich. Und wer erinnert sich noch an das frühere "Thorlikon" (oder "Dorlikon") bzw. den Spottnamen von Heinrich Pestalozzi als "Heiri Wunderli von Thorlikon"? Gerade auf Grund der pejorativen Redewendung "von Thorlikon" liessen die Dorfbewohner ihren Ort im Jahre 1878 zum heutigen "Thalheim an der Thur" umtaufen.

Das Leben ist bekanntlich lebensgefährlich. Als Ratgeber in mannigfachen Gefahren des (früheren) Alltags erweist sich das Werk als besonders nützlich, wenn die - allerdings sehr unvollständig - angegebenen Todesursachen als Warnung verstanden werden: Jod ("Jodvergiftung" [2x]), Treppen ("Tod an Schädelfraktur durch Treppensturz"), Wirtshäuser ("Tod im Wirtshaus"), Bäume ("vom Baum gefallen"), Tod anlässlich der Explosion beim "Ausblasen einer Parafin-Ständerlampe". Aber auch "Spitäler" müssen "lebensgefährlich" - gewesen - sein, sind doch dort etliche Personen explizit verstorben. Zum Nachdenken bzw. Schmunzeln regen weiter die zahlreich vergebenen, früher üblichen Spitz- oder Beinamen wie "Glasrudi", "Tengers", "Schulzbenz", "Neuggel" an.

Tafel 1: Aussicht von der unteren gegen die obere Brücke in Zürich, Aquarell von Heinrich von Moos (1759-1826)

Einem Glücksfall ist es zu danken, dass sich die Festschrift nicht nur als schwarz-weisse "Buchstabenwüste" präsentiert, sondern mit mehreren, teils farbigen und mit einer Ausnahme erstmals veröffentlichten Bildtafeln (Tafel Nummer 10/Grossmünster mit den Achteckhauben auf den Turmstümpfen) aufgelockert wird. Vorfahr Nummer 32 des Redaktors Mario von Moos, Heinrich v. M., betätigte sich unter anderem autodidaktisch als Zeichner und Maler mit charakteristischem Stil und wirkte als Beiträger der vergessenen "Materialien zu einer Zürcher Chronik 1797 - 1836" von Hans Conrad Keller (vom Steinbock). Im Kapitel "Zu den Bildtafeln" werden Entstehung, Hintergründe der abgedruckten Illustrationen ausführlich erläutert, die Einblick in eine längst vergangene Epoche Zürichs gewähren.

Die sorgfältig erstellten Register der Namen und Orte (letzteres zweigeteilt in Schweiz und Ausland) erweisen sich für diese Festschrift, die ein wertvolles Findmittel für die genealogische Forschung bedeutet, als unumgänglich. Aufschlussreich wäre darüber hinaus das Register der Vornamen mit Ranking ("Hitparade") sowie heutiger als auch ausgestorbener Berufe - mit elektronischen Mitteln leicht zu erstellen: "Kapellenvogt", "Postpferdehalter", "Glasurmüller", "Wuhrmeister", "Scharfrichter und Tierarzt" (eine bedenkliche Kombination!). Auch seltene Funktionen wie "Oberagent der helvetischen Republik", "Zuchtstierhalter", "Reiseprediger" werden in diesem Zusammenhang erwähnt. Weiter gewähren die Listen einen exklusiven Einblick in Adelsverhältnisse, wobei sich auch hier dramatische Phasen nachlesen lassen: "Der gesamte Besitz und das Vermögen gingen im 7-jährigen Krieg [1756-63] verloren".

Die Durchsicht dieser aussergewöhnlichen Festschrift wirft weiterführende sozial-, mentalitäts- und familiengeschichtliche Fragen und Gedanken auf: Zählen heute noch Familienbande? Wandeln sich bisherige Familienformen? Wie wirkt sich das neue Namensrecht auf die Familienforschung aus? ... Wenn sich Leserinnen und Leser dieser Festschrift zu weiteren Recherchen angeregt fühlen und die Spuren ihrer Ahnen zu erforschen gedenken, vielleicht selber eine Ahnenliste, einen Stammbaum erstellen wollen oder Verwandtschaften mit Probanden erkennen, dann ist ihr Zweck mehr als erfüllt. Wünschenswert wäre in diesem Sinne, wenn alle, die über ergänzende Angaben bzw. Korrekturen verfügen, diese dem verantwortlichen Redaktor Mario von Moos, dessen Adresse im Buch genannt ist, weiterleiten würden. Dass die Daten in geeigneter elektronischer Form zugänglich gemacht und die Listen weiter gepflegt werden, bleibt hoffentlich nicht nur eine Anregung.

(Auszug aus: Archiv für Familiengeschichtsforschung / Revue de recherches généalogiques / Review for Genealogical Studies, Dezember 2000, Heft 4, Herausgeber: C. A. Starke Verlag, Frankfurter Strasse 51 - 53, D-65549 Limburg an der Lahn)

 
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