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"1796 - Eine Frau wird enthauptet - Spurensicherung - Aus der Geschichte der Kindsmörderin Margaritha Hürner aus Thun"

Vortrag von Anita Ryter, Steffisburg:

Dienstag, 4. Februar 2003, 1930 Uhr
im Vortragssaal des Staatsarchiv Zürich


Wer sich trotz Schnee und Glatteis auf den Weg in den Vortragsaal des Staatsarchiv Zürich aufmachte, erlebte einen hochinteressanten Vortrag über Margeritha Hürner aus Thun. Frau Ryter bot mit ihren abwechselnden Lesungen aus dem Buch 1796, Eine Frau wird enthauptet und den dazu gehörenden weiteren Informationen zu den beschriebenen Umständen und der Forschungsarbeit einen Vortrag besonderer Art. Auf diese Weise wurden das Leben der Margeritha Hürner geborene Amstutz und ihrem sozialen Umfeld in den folgenden Punkten beleuchtet:

  • Zufallsfund im Archiv: Zettel mit «Frau wegen Kindsmord enthauptet» Spurensuche: wer war diese Frau?
  • Kein Geld für die Familie: Ehe mit Rudolf Hürner.
  • Verwitwte Margeritha Hürner, arbeitete im Wirtshaus, soll Schwanger sein: Verlust der Arbeit, Schwangerschaft ohne Ehe
  • Zeugenbefragung nach "Tat" gleich nach der Geburt
  • 1. Chorherrenbefragung zur Vaterschaft
  • Margeritha Hürner als Gefangene im Zuchtturm
  • 2. Chorherrenbefragung, Widersprüche
  • Geständnis
  • Der "echte" Vater: Hans Räbgässli
  • Ungereimter "Autopsie"-Bericht
  • Urteil: damalige und heutige Sichtweise
Die Zuhörer bedankten sich mit langem Applaus bei Frau Ryter für diesen tollen Vortrag.

In der anschliessenden Diskussion wurden Fragen nach weiteren Angehörigen von Margeritha gestellt. Frau Ryter sagte, dass keine weiteren Unterlagen gefunden wurden. Vermutlich, weil sie nicht in Thun lebten und arm waren. Des weiteren sind ungereimtheiten bezüglich der Taufe von Margeritha in Bern vorhanden. Ihr Pate soll ein französischer Aristokrat sein. Dies passt nicht so recht in die Lebensumstände der Familie Amstutz. Daher kam die Frage, ob es die richtige Taufe sei, auf. Der nächste Diskussionspunkt bezog sich auf die Hinrichtungsart. Wann wurde mit dem Schwert hingerichtet, wann wurde gesteinigt, geredert und lebendig begraben? Gab es auch Hinweise auf ähnliche Verbrechen? Diese Fragen wurden im Kontext der damaligen Gesellschaft diskutiert. Eine weitere Frage beleuchtete die Ehe mit Rudolf Hürner. Leider können wegen mangelnden Quellen keine zuverlässige Aussagen gemacht werden. Zum Schluss diskutierten die Zuhörer das Urteil. Wobei stark bezweifelt wird, dass Margeritha Hürner ihr Kind umgebracht hat, sondern dass das Kind eines natürlichen Todes gestorben ist.

Das Buch zum Vortrag ist erhältlich bei "1796, Eine Frau wird enthauptet" Spurensicherung - Aus der Geschichte der Kindsmörderin Margaritha Hürner aus Thun, Thun 2000 von Anita Ryter oder im Buchhandel ISBN 3-905313-51-0 Chronos-Verlag bezogen werden.
Über das Theaterstück zum Buch können Sie unter SchlossSpiele Thun nachlesen.

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