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Die Reise in die Mark Brandenburg

Auszug aus dem Reisebericht, verfasst von Doris Katz


8. Juni bis 15. Juni 2001
 


Aus Anlass des 52. Deutschen Genealogentages in Zürich und den Feiern zum 75-jährigen Bestehen der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Zürich hat unser Vorstandsmitglied Dr. Hans Ulrich Pfister eine Ausstellung mit dem Titel "Fremdes Brot in deutschen Landen", u.a. zum Thema der Zürcher und Berner Auswanderung in die Mark Brandenburg realisiert. Die Ausstellung fand im Staatsarchiv des Kantons Zürich statt und wurde vom Kanton Zürich finanziert.

Das Thema Wanderbeziehungen zwischen dem Kanton Zürich und Deutschland war ebenfalls Schwergewichtsthema während des Genealogentages und gab schliesslich auch den Impuls für eine Reise in die Mark Brandenburg mit einer Gruppe von 48 Mitglieder aus der Genalogisch-Heraldischen Gesellschaft Zürich.

Der erste Reisetag steht unter dem Motto "Ich hab noch einen Koffer in Berlin...". Die Anreise erfolgte via Frankfurt mit der Lufthansa nach Berlin-Tegel. Vor der Ankunftshalle stand auch schon unser Bus bereit, mit welchem wir nun während einer Woche unterwegs sein sollten. Nach einer Rundfahrt durch die neue alte Hauptstadt Deutschlands, ging es hinaus in die Mark in Richtung Ruppiner Land. Auf einer hohen Stele konnten wir ein Storchenpaar sehen, welches in einem dort "aufgepfählten" Trabi seiner Brutarbeit nachging.

Bald waren wir in Alt Ruppin angelangt, wo wir während einer Woche logieren würden. Das Hotel "Zum Weissen Rössel", wunderschön gelegen am Alten Rhin, war vollständig für uns reserviert und der klassizistisch gehaltene Ess-Saal schön vorbereitet und hübsch dekoriert. Frau Bartsch, vom Fontanebüro in Neuruppin begrüsste uns beim Apéro und stellte uns das Programm für die Fontane-Tage vor. Da Fontane ein Geniesser war, waren wir alle gespannt, was uns das zum Nachtessen servierte "Fontane-Menü" an Köstlichkeiten wohl bringen werde. Den kulinarisch interessierten Lesern sei es nicht vorenthalten:

  • Geeiste Gurkensuppe mit gehackten Walnüssen
  • Frikassee vom Huhn mit Spargel aus der Mark und Fleischklösse, dazu Baguettebrot
  • Gemüsestifte aus dem Ruppiner Land mit Kräuterknoblauchdip
  • Gebackene Lammkeule mit Speckbohnen, Folienkartoffeln, dazu Quark und Zwiebelpiepen
  • Griesspudding mit brennenden Blaubeeren
Die Stimmung war ausgezeichnet, was unseren Poeten Kurt Stäubli bewog, einen Teil des Gedichtes "Havelland" von Fontane vorzutragen.

Das Motto des zweiten Reisetages ist "Theodor Fontane". Zuerst besuchten wir jedoch das nahe gelegene Storbeck, eines der Dörfer in der Mark Brandenburg, in welches 1691 Familien aus dem Berner Oberland und dem Kanton Zürich eingewandert waren. Auf den Grabsteinen bei der kleinen Kirche erinnern Namen wie Stirnimann (jetzt Stirnemann), Scherler, Nussbaum, Moser immer noch an diese Einwanderung. Der Ortschronist von Storbeck, Heinz Stirnemann, hat zum 300-jährigen Jubiläum 1991 eine Broschüre "Woselbst sie gut aufgenommen" verfasst. Einige Damen und Herren besuchen den 84 jährigen um mit ihm über die Vergangenheit zu plaudern. Theodor Fontane von Ricco Schubert

Wir fahren nun weiter nach Neuruppin. In der Fontanestadt erwarten uns die beiden Führer, Horst Erdmann, Studienrat und Günter Rieger, Verleger. Bei einem Rundgang durch die Stadt erfahren wir alles Wissenswerte zu Theodor Fontane, der am 30. Dezember 1819 hier geboren wurde, aber auch viel über Neuruppin als preussische Garnissonstadt, in welcher Kronprinz Friedrich 1732, nach seiner Freilassung aus der Festungshaft in Küstrin, das Kommando über das dort stationierte Regiment von der Goltz übernahm.

Nächste Station war die weltberühmte Bilderbogen-Galerie des Johann Bernhard Kühn. Das Museum besitzt 13'000 Blatt der "Comics" aus dem 19. Jahrhundert, die während 125 Jahren in vielen deutschen Haushalten über Adel und Bürgertum informierten und eigentliche Bestseller ihrer Zeit waren.

Im Tempelgarten, der eng mit dem Aufenthalt von Kronprinz Friedrich in Neuruppin verbunden ist, stärkten wir uns bei Kaffee und Kuchen, bevor wir zu einem der Höhepunkte des Fontane-Tages kamen, nämlich einer szenischen Lesung aus "Jenny Treibel", einem wohl heitersten Roman von Fontane, 1894 erschienen. Die Schauspielerin Christine Krüger interpretierte mit Leichtigkeit die junge, grundgescheite Corinna sowie die reife Kommerzienrätin Treibel und Frieder Kranz, ebenfalls Schauspieler, schlüpfte von der Rolle des jungen Leopold ebenso mühelos in die Rolle des Gynasialprofessors Schmidt.

Zum Schluss des Fontane-Tages ein Zitat des Dichters:

Leicht zu leben ohne Leichtsinn, heiter zu sein ohne Ausgelassenheit, Mut zu haben ohne Übermut, Vertrauen und freudige Ergebung zu zeigen ohne tückischen Fatalismus - das ist die Kunst des Lebens

Der dritte Reisetag ist ganz "Kronprinz Friedrich" gewidmet. Über die "Rheinsberg. Vom Schloss Rheinsberg, hat der am 24. Januar 1712 geborene, spätere Friedrich der Grosse einmal gesagt: "Nur hier bin ich glücklich gewesen". Seine unglückliche Jugend unter dem despotischen Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I endete 1730 mit einem Fluchtversuch und Festungshaft in Küstrin.

Die formelle Aussöhnung mit dem Vater erfolgte im Februar 1732, als Kronprinz Friedrich sich bereit erklärte, die Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern zu heiraten. Friedrich sollte später mal mit kühner Ironie bemerken, die Verlobung wäre der Kaufpreis für seine Freilassung aus Küstrin gewesen. Schloss Rheinsberg von Ricco Schubert

1736 zog Kronprinz Friedrich in das Schloss Rheinsberg ein und verbrachte s eine Freizeit im Kreise seiner Freunde mit seinem geliebten Flötenspiel, Philosophie und Literatur, aber ohne seine Frau, die 1733 geheiratet hatte und die in Berlin lebte.

Zu Zeiten der DDR wurde das Schloss Rheinsberg als Sanatorium für Diabetiker benützt. Obwohl zweckentfremdet, wurde viel Substanz des Schlosses erhalten und wird zur Zeit einer Renovation zugeführt. Im Städtchen Rheinsberg nehmen wir das Mittagessen im "Alten Fritz" ein und hier lesen wir auch zum ersten Mal das Motto von Friedrich II, dem Grossen:

Der Fürst ist der erste Diener seines Staates

Am frühen Nachmittag ist unser Ziel "der Stechlin", der von Fontane so meisterlich beschriebene sagenumwobene See. Der Stechlin ist nicht nur ein See, sonder auch das letzte Werk Fontanes, das erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde; ein Stimmungsbild des ausgehenden Wilhelminischen Zeitalters.

Entlang dem Kalksee fahren wir zur Boltenmühle, von wo uns das Dampfschiff "Gustav Kühn" durch den Tornowsee, den Tietzensee, Melchowsee, durch die Schleuse Altruppin nach Neuruppin zurückführt.

Wie jeden Abend wartet eine leckere Abendmahlzeit auf die "müden Wanderer", und da die Wirtin den richtigen Wein an Lager hat, steigt der Lärmpegel im Ess-Saal sukzessive an. Die Zeit zwischen Abendessen und Insbettgehen wird von vielen zu einem Spaziergang an den Neuruppiner See, entlang dem Alten Rhin oder zu einem Schlummertrunk in Restaurant " Am Alten Rhin" genutzt.

Motto des vierten Reisetages ist die "Märkische Landschaft". Unser Bus führt uns eine topfebene Landschaft nach Eberswalde. Wer auch immer den Ausruck "Streusandbüchse des Reiches" für die Mark Brandenburg erfunden hat, derjenige hat gut beobachten können. Von Eberswalde ist es nur noch ein Katzensprung zum Schiffshebewerk Niederfinow. Hebewerk von Ricco Schubert Das Hebewerk, ein technisches Wunderwerk der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, ist Teil des Finow-Kanals, der die Verbindung von der Havel zur Oder ermöglicht. Um den Oderbruch zu überwinden, musste eine Hebewerk mit einer Hubhöhe von 36 m konstruiert werden. Ganze Schiffe werden in einer "Badewanne" hinauf oder hinunter geschleust. Wir erleben den Vorgang in der "Freiherr von Münchhausen" zweimal: einmal beim Heben und einmal beim Senken und kehren technisch völlig beeindruckt nach einer Fahrt auf dem Kanal zum Busparkplatz zurück.

Die Weiterfahrt geht nun aber wieder zurück in die Vergangenheit. Zwischen Werbellin- und Grimnitzsee im Westen, der Finow im Süden und der Oder im Osten liegt das ehemalige Zisterzienser Kloster Chorin. Nach dem Mittagessen in der Klosterschänke beginnen wir unseren Rundgang durch die riesige Klosteranlage, deren Anfänge auf eine askanische Gründung im Jahr 1258 zurückgeht. Heute wird noch zweimal im Jahr Gottesdienst gehalten, aber vor allem werden die sehr hohen Gewölbe mit einer atemberaubenden Akustik für viel beachtete Konzerte von internationalen Ensembles genutzt.

Die Weiterfahrt führt uns "direktemang", wie die Berliner sagen, zum deutschen Schicksalsfluss, an die Oder nach Hohenwutzen/Osinow, der heutigen Grenze zwischen Deutschland und Polen. Leider gibt's im dortigen Restaurant für uns keinen Kaffee. Dafür ersteht sich Bobby (Hanspeter Suter) auf der anderen Oderseite ein polnisches Bier und unterhält sich mit den polnischen Zöllnern. Wir andern trinken "Henkell" aus der Bar unseres Cars, obwohl hier "Rotkäppchen" (ehemaliger DDR-Sekt) angebrachter wäre.

Der fünfte Reisetag steht unter dem Motto "Nun ruhen alle Wälder" . Erstes Ziel unseres heutigen Ausflugs ist das Paul Gerhardt-Stift in Berlin-Wedding. Die Stiftung wurde 1876 gegründet, zum 200sten Todestag von Paulus Gerhardt. Pfarrer Böttler, Pfarrer und Direktor der Stiftung, führt uns durch das Diakonissenmutterhaus. Wir erfahren viel zum Gedanken der Diakonie, die vor allem jungen Frauen auf Arbeitssuche aus Ostpreussen, Schlesien und Pommern half, ihnen eine sozial angesehene Arbeit zu geben. Seit 30 Jahren geht jedoch der Nachwuchs kontinuierlich zurück, denn hier zeigt sich die Kehrseite der Emanzipation: Frauen können ihre Berufswünsche heute selbständig erfüllen.
Im Saal des Diakonissenhauses, mit einer Statue Paul Gerhardts, werden wir freundlich mit selbstgebackenen Köstlichkeiten und Kaffee bewirtet. Kirche St.Moritz von www.mittenwalde.de
In Mittenwalde, wo wir um die Mittagzeit ankommen, wird unsere Gruppe durch die Künstler Igor Schestajew (Organist) und Xiao Lu (Sängerin) sowie dem Pfarrer-Ehepaar Bethke vergrössert. Im Restaurant "Zum Ackerbürger" wird unter prekären räumlichen Verhältnissen (einige werden in der lokalen Fahrschule plaziert) Brandenburger Spargel serviert.
In der Kirche St. Moritz, dem Wirkungsort des Liederdichters Paulus Gerhardt von 1651-57, erwartet uns Pfarrer Bethke, um - in seinen eigen Worten - uns eine Predigt zu halten über Paul Gerhardt und das Singen. Paul Gerhardt setzte seine Liedertexte ein gegen das Leid und das Schwere in der Welt und singen macht Mut und kräftigt zur Tat im Sinne Gottes. Wir werden mit Orgelspiel und Gesang verwöhnt und sind erstaunt über die Fähigkeiten der jungen Interpreten aus Kazan in Russland und Wuhu am Yangtse-Fluss in China. Wir versuchen die Melodien zu Paul Gerhardts Lieder mitzusingen, doch leider ist die Intonation ganz anders in Mittenwalde als wir es von unseren Kirchengesangbücher gewohnt sind.
Preussischem Urgestein begegnen wir in der Person der Sigristin Frau Nischan, Jahrgang 1927. Sie erzählt uns in ihrer aufgeräumten Art und mit viel Enthusiasmus über ihre Kirche St. Moritz, über den Krieg und die Zeit in der DDR. Als Dank wünscht sie sich ein Schweizer Lied. Zum "Buurebüebli", das aus 48 vollen Kehlen erklingt, tanzt Frau Nischan begeistert mit.
Eigentlich wäre nun Konfirmanden-Unterricht für Pfarrer Bethke. Er entscheidet sich aber spontan anders. Im Unterrichtslokal in der Propstei kochen die Konfirmanden in Windeseile Kaffee, decken die Tische und wir kaufen die einheimische Bäckerei leer. Zusammen mit den Konfirmanden, dem Pfarrer-Ehepaar Bethke und Frau Nischan erleben wir einen angeregten Nachmittag. "Gelebte Nächstenliebe" ist die prägendste Erinnerung an unseren Aufenthalt in Mittenwalde.

"Tag des freien Auslaufs" nennen die einen das Motto des freien Tages. Den sechsten Reisetag nutzen die einen zum Bummeln am Neuruppiner See, andere besuchen die Bundesgartenschau in Potsdam oder die Ausstellung "Preussen 1701 - Eine europäische Geschichte" im Schloss Charlottenburg. Auch die Berliner Museen sind Anziehungspunkte oder man geht ganz einfach zum Schlendern "Unter den Linden".
Am Abend sieht man allenthalben zufriedene Gesichter, was unseren Poeten Kurt Stäubli veranlasst beim Nachtessen Fridolin Tschudi zu rezitieren.

Der siebente Tag heisst "Preussens Gloria". Dieses Motto lässt bereits beim Frühstück einige Herren stramm stehen. Organisator dieses Tages ist Heinz Schubert, der verantwortlich für die Durchführung des 53. Deutschen Genealogentages in Potsdam sein wird. Er und seine Gemahlin empfangen uns beim Obelisken in Potsdam.
Brandenburg ist Preussen, ist Friedrich, ist Geschichte, und Potsdam ist das Symbol dafür.
Wir bewundern auf unserer Stadtrundfahrt die schönen Stadttore, die Kanäle, das Holländer Viertel, die Nikolaikirche und Schloss Cäcilienhof, wo 1945 die Potsdamer Konferenz stattfand und das Schicksal Deutschlands besiegelt wurde. Wir fahren zur berühmten Glienicker Brücke, einstmals Grenze zwischen Ost und West wo Agenten ausgetauscht wurden und zum Schloss Caputh, einem kleinen Landsitz unweit von Potsdam am südlichen Havel Ufer.
Der eindeutige Höhepunkt ist der Besuch des Schlosses Sanssouci und des Schlossparkes. Diese Sommerresidenz wurde nach eigenhändigen Plänen von Friedrich II vom berühmten Architekten Knobelsdorf in nur zwei Jahren gebaut und war 1747 fertig. Es gilt als Hauptwerk deutscher Rokokoarchitektur. Das Schloss selbst ist nicht sehr gross und hat nur zwei Kamine. Die ovale Kuppel ist nach dem Vorbild des Pantheon gebaut. Räume für die Königin gab es nicht, sie hat das Schloss nie betreten. Die ebenso ovale Tafelrunde ist für acht bis zehn Gäste ausgelegt, mehr nicht. Die grosse Terrasse bietet einen atemberaubenden Ausblick über die hängenden Gärten, an denen Wein und Feigen wachsen und reifen.
Nachdem wir die Umgebung des Kronprinzen Friedrich in Rheinsberg auf uns haben wirken lassen, lassen wir uns nun in diejenige des Königs Friedrich II versetzen. In den schönen Räumen, sowohl in der Gemäldegalerie mit den Meisterwerken von Watteau, Pannini, Pesne, als auch besonders im Konzertzimmer, können wir uns den König, der eigene Kompositionen auf seiner geliebten Querflöte im Kreise seiner vorwiegend männlichen Freunde spielte, sehr gut vorstellen. Seine umfangreiche Bibliothek ist im Original erhalten.
Friedrich II, der "Alte Fritz", der im Alter recht misstrauisch und einsam wurde, starb am 17. August 1786 in Sanssouci und wünschte sich, zusammen mit seinen Windhunden, in der unter der Terrasse liegenden Gruft begraben zu werden. "Ich habe auf dem Schloss als Philosoph gelebt, so will ich auf dem Schloss begraben sein, ohne Pomp". Durch die Wirrungen der deutschen Geschichte bedingt, ist sein Wunsch allerdings erst 1991 in Erfüllung gegangen.
Den Preussen Tag beschliessen wir in der historischen Gaststätte "Zum Garde Ulanen".

"Abschied", nannten die einen das Motto dies achten und letzten Tages. Diesen Abschied zelebrierten wir bei einem ausgedehnten Apéro im Schloss Ziethen, wo wir von Freifrau von Thüngen empfangen wurden. Dieses Schloss ist für einmal nicht eine Repräsentanz des Hochadels, es ist vielmehr eines jener Besitztümer, die Theodor Fontane so meisterlich als die Heimat der märkischen Junker beschrieben hat, die für die Geschichte und Geschicke der Mark Brandenburg so prägend waren.
Auch wir wirken an dieser "Geschichte" mit: wird ein Sekt mit Holundersaft aus dem eigenen Park serviert, der noch keinen Name hat. Freifrau von Thüngen ist begeistert von dem gerade kreierten Namen "Kir Ziethen" und wird diesen von nun an benützen. Die grosse Terrasse des Schlosses ist die wunderbar geeignete Bühne für die Vorstellung, mit der uns unsere drei "Hamburger" (ein Ausdruck für die "jüngsten" beim Schweizer Militär) überraschen. Bobby Suter, Georg Dietschi und Ruedi Meili vollziehen in launiger Form die Reise nach, so wie diese drei "Neuen" sie erlebt haben. Hier die bemerkenswertesten Eindrücke: Reisegruppe

  • Werner Adams Ausspruch zu Beginn der Reise: "Ich erwarte nicht viel von Euch, ich erwarte nur, dass Ihr das tut, was ich will".
  • Die lustige Situation in der Kirche in Mittenwalde: Beim Verlassen der Kirch sorgt sich Werner Adams um Frau Nischan und empfiehlt fürsorglich: "Nehmt die alte Frau mit". Effekt davon: Alle Frauen haben sich umgeschaut, ob sie damit gemeint sind oder ob es nicht doch noch eine ältere geben könne.....
  • Die Situation im Bus in Potsdam, als Werner Adams die vorderen Sitze für das Ehepaar Schubert benötigte: "Frau Katz macht Platz!"

Die drei "Hamburger" danken im Namen der ganze Gruppe Werner und Helena Adams für die interessante Reise und die gute Organisation mit einer guten Flasche und einer roten Rose und Kurt Stäubli, der Hamburger der Reise 1999, trägt den "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" vor, was in dieser, seiner angestammten Umgebung natürlich eine ganz besondere Wirkung entfaltet.
Schade, müssen wir diesen gastlichen Ort bereits wieder verlassen, aber es steht noch ein Besuch in Nattwerder, dem ältesten von Schweizer Kolonisten in Brandenburg gegründeten Dorf, auf dem Programm. Im verwunschenen, idyllischen Nattwerder, einem Ortsteil von Potsdam empfängt uns Fritz Kiener, ein Abkömmling der ersten 14 Einwanderer-Familien, die aus dem Bernbiet und dem Aargau am 18. Juni 1685 nach einer Reise mit dem Schiff an Land gegangen sind. Die Route begann im Aargau und führte via den Rhein - Laufenburg - Baden - Basel - Strassburg - Mannheim - Köln - Amsterdam - Hamburg - Havelberg nach Brandenburg, wo die Einwanderer vom Grossen Kurfürsten Friedrich Wilhelm empfangen wurden. Die Einwanderer hatten die Aufgabe, den grossen Sumpf, der Potsdam umgab, urbar zu machen. Wir wurden in der schön geschmückten, und mit Beiträgen aus der Schweiz restaurierten Kirche, empfangen und über die Schweizer in Nattwerder informiert. Das Thema "Schweizer Kolonisten" ist der Anfang- (Storbeck) und der Endpunkt (Nattwerder) unserer Reise durch die Mark Brandenburg.
Doch der perfekte Abschluss bot uns Kurt Stäubli mit Fontanes Gedicht "Reisen und Heimkehren", das er für unsere Gruppe vortrug.

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