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Felix und Regula Tag

Vortrag von Prof. Dr. h.c. Peter Ziegler


Samstag, 22. Oktober 2001
im Hotel Zürichberg


Wanderung zu franz. Befestungsbauten

Bei bedecktem Himmel und deshalb mit Schirmen und Regenjacken versehen trafen sich am 22. September eine Schar von 20 Unentwegten an der oberen Seilbahnstation Rigiblick in Zürich. Unter der Leitung unseres Mitglied Dr. Sämi Wyder ging es steil bergan in den Zürichbergwald. Unser primäres Ziel waren die über 200jährigen Befestigungsbauten der Franzosen - Batterien genannt - aus den Schlachten bei Zürich 1799. Bald setzte wieder Regen ein und, weil wir nicht die "Greisenpromenade" zur Allmend Fluntern gehen wollten, pflügten wir uns durch klitschnasse Gebüsch auf Sämi Wyder's "Ho-chi-minh Pfad" immer tiefer in den Wald. Plötzlich tauchten dann vor uns die von der 200jährigen Erosion gezeichneten Schanzen auf. Sie geben auch heute immer noch ein imposantes Bild und zeugen von der grossen Last an Fronarbeit, welche die Menschen der Gemeinden Fluntern und Oberstrass damals im Sommer 1799 in kurzer Zeit zu leisten hatten. Sämi Wyder gab uns einen hervorragenden überblick über die Ereignisse von damals. Die spannenden Informationen liessen sogar die nassen Füsse vergessen, die mittlerweilen im knöcheltiefen Schlamm steckten. Etwas durchnässt, aber gut gelaunt traf gegen 1630h die Gruppe im Hotel Zürichberg ein, wo man sich bei Kaffee und Kuchen etwas auffrischen konnte.

Um 1700h begannt der eigentliche Hauptanlass unseres Felix und Regula Festes, der Vortrag von Herrn Professor Dr. h.c. Peter Ziegler zum Thema "Auf den Spuren der Johanniter in der Schweiz". Schön und trocken gekleidet trafen weitere 20 Mitglieder der Gesellschaft ein, die eine Tramfahrt zum Zoo der Geländeübung vorgezogen hatten. Herr Professor Ziegler, selbst Mitglied des Ordens und langjähriger Schriftführer, führte uns in einem interessanten und mit Dias reich gestalteten Vortrag durch die Welt des 900jährigen Johanniterordens.

Prof. Dr. h.c. Peter Ziegler

Zwischen 1048 und 1071 gründeten Kaufleute aus der italienischen Handelsstadt Amalfi in Jerusalem ein Hospital. Als die Kreuzfahrer 1099 Jerusalem eroberten, fanden sie das Hospital als bereits eingespielte Einrichtung vor. Im Jahr 1113 erhielt die Gemeinschaft von Papst Paschalis II ein Schutzprivileg, welches die künftige Selbständigkeit der Institution sicherte. Ab 1140 hatten die Johanniter angesichts des stärker werdenden Drucks der Moslems auf das Königreich Jerusalem auch militärische Aufgaben zu übernehmen. Es wurden Ritter in Dienst genommen. Die militärische Bedrohung der christlichen Herrschaft zwang zu einer Umstrukturierung und Militarisierung des Ordens. Bereits 1230 hatten die Ritterbrüder Vorrang vor den Priesterbrüdern. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die schwarze Ordenstracht mit dem Ordenskreuz eingeführt. 1291 ging das Zeitalter der christlichen Herrschaft über Palästina zu Ende und die überlebenden Johanniter zogen sich nach Zypern zurück.

Der Rückzug setzte sich weiter fort. Die Johanniter eroberten zwischen 1306 und 1310 die Insel Rhodos, während der Deutsche Orden seinen Sitz auf die Marienburg in Westpreussen verlegte. Die Johanniter blieben bis 1522 in Rhodos, waren dann aber nach der Belagerung durch Sultan Soliman dem Prächtigen gezwungen, auch diesen Stützpunkt aufzugeben. Sie zogen sich über Kreta nach Malta zurück. Dieser neue Ordenssitz begründete auch den zweiten Namen "Malteserorden". In der Folge breitete sich der Orden aber auch über ganz Europa aus. Verschiedene Gründungen in den europäischen Ländern entstanden. Sie unterstanden einem Grossmeister mit Kapitel. Diese Organisation erfuhr einen ersten tiefen Einschnitt mit der Reformation, als sich der Orden spaltete. Mit der französischen Revolution stand nochmals eine tiefgreifende Umwälzung an. Der Orden verlor Malta und weitere Besitze in Europa. Erst im Jahr 1852 wurde der Orden wieder hergestellt und mit der Krankenpflege und Führung von Spitälern betraut. Oberhaupt des Ordens ist der Herrenmeister. Dieses Amt ist im Besitze der Hohenzollern, des ehemaligen Herrscherhauses von Preussen.

Die heutige Organisation ist vor allem sozialen und gesellschaftlichen Werten verpflichtet. Die kleine schweizerische Gemeinschaft nimmt sich aber auch kulturellen Aufgaben an, so werden die alten Kommenden in der Schweiz unterhalten, dokumentiert und wo das möglich ist der öffentlichkeit zugängig gemacht.
Im Jahr 2002 wird unsere Gesellschaft eine solche Kommende, das Ritterhaus und Ordensmuseum in Bubikon besuchen und wiederum unter Leitung von Professor Ziegler neue und vertiefte Informationen zu dieser auch für die Schweiz historische bedeutenden Organisation erhalten.

Der Abend von Felix und Regula beschlossen die rund 40 Teilnehmer mit einem gemütlichen Abendessen im Restaurant des Hotels Zürichberg.

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